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Bildung

#lassmalesen - mehr als Leseförderung

Lisa Böttcher · 28.02.2025

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Schüler:innen des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums aus Bergisch Gladbach haben im Rahmen von #lassmalesen eine Lesung organisiert. ©Hieronymus Rönneper

Schüler:innen des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums aus Bergisch Gladbach haben im Rahmen von #lassmalesen eine Lesung organisiert. ©Hieronymus Rönneper

Der März steht in Köln unter dem Stern der lit.COLOGNE, dem größten Literaturfestival Europas. In der ganzen Stadt wird gelesen, gelauscht und diskutiert. So eine Lesung zu organisieren, ist dabei ganz schön aufwendig. Von Location über Technik bis hin zu Moderation und Bühnenbild muss alles bedacht und sorgfältig geplant werden.

#lassmalesen ist ein gemeinsames Leseförderprojekt der lit.kid.COLOGNE und der lit.kid.RUHR. Es bietet Schüler:innen ab der 3. Jahrgangsstufe die einzigartige Möglichkeit, eine Autor:innenlesung selbst zu organisieren. Im Klassen-, Kurs- oder AG-Verband entscheiden die Schüler:innen sich gemeinsam für ein Buch, überlegen sich dazu Fragen und übernehmen – unterstützt von Lehrerkräften und Projektleiter:innen – die gesamte Vorbereitung des Events.

Viel Arbeit – Viele Fragen

Wie viel Arbeit dahinter steckt erleben auch die Jugendlichen des Deutsch-Vertiefungskurses der 9. Jahrgangsstufe an der LVR-Anna-Freud-Schule in Köln-Müngersdorf. Das Buch, das alle Schüler:innen gelesen haben, heißt „Play“, der Autor Tobias Elsässer. Der Jugendroman handelt von der Freiheit nach dem Abi, von Selbstfindung, Liebe und Künstlicher Intelligenz – spannender Lesestoff.

Die Schüler:innen selbst werden Tobias Elsässer bei ihrer Lesung im Rahmen des Schulprogramms der lit.COLOGNE im COMEDIA Theater Köln ankündigen und interviewen. Gleich zu Beginn der Vorbereitungen stellen sich viele Fragen. Ist es eigentlich erlaubt, auf der Bühne Kritik am Buch zu üben? Was darf man den Autor nicht fragen und kann man auch improvisieren? Workshopleiter Frank Liffers unterstützt die Schüler:innen bei ihrer Suche nach Antworten. Er hat schon viele Schulklassen durch diesen Prozess begleitet. „Es ist wichtig, Grenzen zu respektieren“, rät er den Kursteilnehmer:innen. „Fragt Tobias Elsässer doch in einer E-Mail, auf welche Fragen er nicht antworten möchte.“

„Die Schüler:innen wachsen in das Projekt hinein“

Bevor die Schüler:innen sich weiter den inhaltlichen Details widmen, teilen sie sich zunächst in Arbeitsgruppen ein. Eine Gruppe übernimmt die Vorstellung des Autors, eine andere kümmert sich um Deko, Technik und Logistik. Weitere Aufgaben sind Öffentlichkeitsarbeit, Begrüßung sowie Verabschiedung und das Schreiben einer Infomail an Tobias Elsässer.

In dieser Vielzahl von Aufgaben finden alle etwas, das zu den eigenen Stärken passt. „Die Schüler:innen wachsen in das Projekt hinein“, erklärt Barbara Heller. Sie lehrt Deutsch und Kunst an der LVR-Anna-Freud-Schule. „Sie bringen eigene Ideen ein, bereiten sich vor. Es wird zu ihrem Projekt, egal ob sie das Buch mögen oder nicht.“


Einige der durch Lesungen können im Rahmen der lit.Cologne stattfinden ©Hieronymus Rönneper

Auch das Miteinander wird gestärkt

Denn es macht einen Unterschied, ob man ein Buch zum eigenen Vergnügen liest oder ob es als Grundlage für eine weitere Auseinandersetzung dient. Das sehen auch einige Schüler:innen so. „Für mich war es auch etwas Arbeit, das Buch zu lesen“, erzählt Mika. „Ich habe es anders wahrgenommen, weil ich wusste, dass ich damit noch weiterarbeiten muss.“

Auch wenn es viel Arbeit ist, so eine Lesung zu organisieren, freuen sich die Jugendlichen augenscheinlich über diese Möglichkeit. Es ist eine aufregende Abwechslung zum alltäglichen Deutschunterricht, die viel Freiraum für eigene Gedanken und Vorschläge bietet. Schon wenige Minuten, nachdem die Schüler:innen sich in ihren Gruppen zusammengesetzt haben, hagelt es erste Ideen. „Wir können den Autor mit einer KI-Stimme begrüßen!“, schallt es aus einer Ecke des Klassenraums. Darauf folgt eine angeregte Diskussion.

Denn nicht nur ihr Leseverständnis, auch das Miteinander der Schüler:innen wird durch das Projekt gestärkt. „Ich freue mich am meisten auf die Zusammenarbeit mit den anderen“, bestätigt die 14-jährige Emilia diesen Eindruck. Und auch bei der Lesung werden sie – Lampenfieber und Verhaspeln zum Trotz – über sich hinauswachsen. Denn was sie hier voller Mut und Tatendrang auf die Beine stellen, lehrt sie nicht nur das Lesen, sondern auch Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl.